Einweihung der Informationstafel an der Postmeilensäule auf dem Markt in Dohna (28.07.2012)

Die Postmeilensäule auf dem Markt in Dohna ist das Motiv der Siehgerpokakle für die beiden Gesamtsieger der Dohnaer Sportpokalserie.

 

Im Rahmen des 10. Müglitztallaufes wurde eine Informationstafel zur Postneilensäule durch dem Bürgermeister Dr. Ralf Müller unter Mitwirkung der Gesamtsieger des Dohnaer Sportpokales 2012 Jana und Stefan Lamm vorgenommen.

 

Text auf der Informationstafel:

Kursächsische Postmeilensäule - Distanzsäule

Die Kursächsischen Postmeilensäulen aus der Zeit August des Starken (1670-1733) waren die ersten dauerhaften und korrekten

Wegekennzeichnungen nach römischen Vorbildern. Sie basierten auf den Vermessungen des Land- und Grenzkommissars

Adam Friedrich Zürner (1679-1742), welcher auch die Aufstellung leitete.

Somit wurde die Grundlage für eine einheitliche Berechnung der Postgebühren geschaffen. Die Gestaltung

erfolgte nach Entwürfen des Landesherrn und Mustern des berühmten Oberlandbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann (1662–1736)

in Form von klassischen Obelisken, Hermen und Stelen.

1725 wurde die „Alte Dresdner-Teplitzer Poststraße“, welche von Dresden über Dohna zum Grenzübergang am „Schwarzen Kreuz“ bei Fürstenwalde

führte, von Adam Friedrich Zürner mit Hilfe eines Messwagens vermessen. Im Abstand von je einer Viertelmeile wurden daran 1729-1732

fortlaufend nummerierte Postmeilensäulen in Form von Viertel-, Halb- und Ganzmeilensäulen auf Kosten der jeweiligen Kommunen gesetzt.

Die Distanzsäule aus dem Jahre 1731 trägt das kursächsische und polnisch-litauische Wappen.

Darüber ist gut sichtbar die goldene polnische Krone, ausgefüllt vom roten sächsischen Kurhut zu erkennen.

Das Monogramm „AR“ unter dem Doppelwappen bedeutet Augustus Rex und weist auf August den Starken als Kurfürst von Sachsen und

König von Polen hin.

Die Orte auf dem Schriftblock sind im Uhrzeigersinn in der Reihenfolge des Straßenverlaufs mit der dazugehörigen Entfernung

in Wegstunden angegeben. Straßen, die über die Landesgrenze hinausgingen, sind mit „Gr.“ gekennzeichnet.

Ein waagerechter Strich unter einem Ortsnamen gibt an, dass die bisherige Strecke dort endet bzw. dort eine Abzweigung beginnt.

Die Poststationen an den Postkursen sind durch fortlaufende Nummern vor den Ortsnamen angegeben.

In diesen Orten gab es Möglichkeiten zum Postaustausch, zur Rast, zum Pferdewechsel bzw. zur Übernachtung.

Stehen die Zahlen in Klammern, dann lagen diese Stationen nicht an der Hauptstrecke und waren erst durch Umsteigen zu erreichen.

Die steinernen Postmeilensäulen haben fast 300 Jahre Geschichte erlebt. Nur etwa 120 Jahre davon waren sie im Gebrauch

und wurden nach Änderung des Maßsystems in Deutschland um 1840 fast nutzlos.

Maßeinheit: 1 Wegstunden (St.) =

½ Postmeile = 1.000 Dresdner Ruten = 4,531 km

 

 

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